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Faschierte Laibchen aus Omas Küche

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Die Temperaturen sinken, draußen ist es regnerisch und die Lust auf herzhafte Küche steigt. Wenn es Richtung Herbst geht und die Temperaturen fallen, kehrt die Lust auf deftige Speisen zurück. Da es bei uns den Anschein macht, dass sich der Sommer für dieses Jahr verabschiedet hat und der Herbst im Anrücken ist, kommt auch gleich mal was Herzhaftes auf den Tisch – faschierte Laibchen mit Petersilkartoffeln. So wie wir es von unserer österreichischen Oma kennen. Als Beilage gab es auch oft ein einfaches Rezept für einen klassischen Kartoffelsalat mit Essig und Öl. Und natürlich das bei allen beliebte Kartoffelpüree. Bei einigen war es vielleicht auch ein faschierter Braten nach Omas Rezept.
Hierzulande freut man sich auf Omas liebevoll zubereiteten Frikadellen, Hackfleisch Bratlinge, Fleischpflanzerl oder Buletten. Vielleicht ist es das Wetter, vielleicht aber auch nur die Erinnerungen an die Kindheit – auf jeden Fall kommt mit solchen Speisen immer ein Stück Gemütlichkeit ins Haus…

Welche Zutaten brauchst du für die faschierten Laibchen (Hackfleisch Bratlinge)?

Du brauchst für die faschierten Laibchen (Fleischpflanzerl) nur wenige Zutaten von denen du die meisten wahrscheinlich bereits zuhause im Vorratsschrank hast.

  • Semmeln (Brötchen) oder Weißbrot vom Vortag. Wenn möglich, verwende Brötchen vom Vortag. Das ist übrigens eine hervorragende Möglichkeit, altbackenes Brot oder Brötchen zu verbrauchen. Es ist aber nur halb so schlimm, wenn du nur frische Brötchen bekommst. Auch damit werden sie sehr lecker, denn ich habe es schon sehr oft ausprobiert, wenn ich spontan Buletten machen wollte und nur frische Brötchen bekommen habe 🙂
  • Das Hackfleisch (Faschierte) spielt dabei eine wichtige Rolle. Verwende auf jeden Fall gemischtes Hackfleisch (Gehacktes halb-halb) aus Rind und Schwein. Das bedeutet, dass Rind- und Schweinefleisch zu gleichen Teilen verwendet wird. Wenn du nur Rinderhackfleisch verwendest werden sie ziemlich trocken und sind nicht mehr so lecker. Achte auch euch und dem Tierwohl zuliebe auf Bio-Qualität.
  • Zutaten aus dem Vorratsschrank wie Majoran getrocknet, Salz, Senf, Ketchup, Paniermehl (Semmelbrösel), Zwiebeln und Knoblauch.
  • Frische Zutaten aus dem Supermarkt: Milch, Eier, Butterschmalz und Petersilie

Bratlinge aus Hackfleisch mit Petersilkartoffeln

Egal ob faschierte Laibchen, Frikadellen oder Buletten: mit diesen Tipps gelingen sie

  1. Schneide die Brötchen in nicht zu große Würfel, übergieße sie mit heißer Milch und lass die Masse etwas anziehen. Bevor du die Brötchenwürfel weiterverwendest, drücke die Masse etwas aus, damit die überschüssige Flüssigkeit entfernt wird.
  2. Knete die Masse nicht zu sehr, wenn du die Zutaten miteinander vermischst. Die Masse sollte von der Konsistenz her gerade so fest sein, dass sie sich gut formen lässt. Steuern kannst du die Konsistenz mit den Semmelbröseln, denn sie fungieren hier mit den Eiern als Bindemittel. Ist die Masse zu weich, gib noch ein paar Brösel dazu. Dann formst du die Frikadellen locker mit nassen Händen. So werden die Buletten am Ende fluffig.
  3. Brate die Zwiebeln so an, dass sie leicht braun werden und Röstaromen bilden können. Das macht sich geschmacklich wahnsinnig gut in den Frikadellen.
  4. Das Anbraten ist für den Geschmack sehr wichtig. Was schmeckt uns besonders gut bei Buletten? Genau, nicht nur das Innere, sondern auch die knusprige Hülle. Damit meine ich die Röstaromen, die sich beim Anbraten bilden. Diese bilden sich aber nur, wenn das Fett heiß ist. Das heißt im Klartext – die faschierten Laibchen werden zuerst von beiden Seiten scharf angebraten. Dann unbedingt die Hitze etwas reduzieren, damit sie auch durchbraten können ohne außen zu verbrennen. Das Fleisch benötigt schon einige Minuten, damit es innen auch durchgebraten ist. Daher ist es ganz wichtig, die Hitze zu reduzieren. So haben die Hackfleisch Bratlinge außen eine schöne Kruste voller Röstaromen und sind auch innen durchgebraten und nicht mehr roh.
  5. Verwende beim Anbraten Ghee für das besondere Aroma. Wenn du keines zuhause hast oder bekommst, kannst du alternativ auch Pflanzenöl verwenden. Aber ich garantiere dir, dass es ein völlig anderes Geschmackserlebnis ist, wenn du Butterschmalz oder Ghee verwendest. Wie du Ghee ganz einfach selbst herstellen kannst, zeige ich dir in meinem Beitrag Ghee einfach selber machen.
  6. Verwende in jedem Fall eine Bratpfanne mit Antihaftbeschichtung. Sonst kann es dir ganz leicht passieren, dass die Hackfleisch Bratlinge beim Wenden in der Pfanne kleben bleiben. Denk auch dran, einen Pfannenwender aus Kunststoff zu verwenden, da du sonst die Pfanne zerkratzt und die Antihaftbeschichtung beschädigst.

Bratlinge aus Hackfleisch mit Petersilkartoffeln

Kann ich Frikadellen im Ofen warmhalten?

Natürlich kannst du die faschierten Laibchen im Ofen warmhalten. Ich belege immer einen großen Teller mit Küchenpapier und lege die Bratlinge drauf. So können sie das überschüssige Fett, das beim Braten entstanden ist an das Küchenpapier abgeben. Diesen Teller stelle ich (samt Küchenpapier) bei 60° Grad Umluft auf die mittlere Schiene. So kannst du die Bratlinge einige Zeit warmhalten.

Was muss ich beim Warmhalten der Hackfleisch Bratlinge beachten?

Das Folgende gilt übrigens für alle Speisen und nicht nur für faschierte Laibchen!

Das längere Warmhalten von Speisen kann unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel beeinträchtigt werden. Hier sind einige wichtige Punkte zu berücksichtigen:

  1. Bakterielles Wachstum: Wenn Lebensmittel über einen längeren Zeitraum warmgehalten werden, insbesondere bei Temperaturen im Bereich von 4°C bis 60°C (dem sogenannten „Gefahrenbereich“), besteht die Gefahr, dass sich schädliche Bakterien vermehren. Dies kann zu Lebensmittelvergiftungen führen. Lebensmittel sollten nach dem Kochen oder Erwärmen auf mindestens 60°C erhitzt werden, um Bakterien abzutöten, und dann vor dem Servieren auf über 60°C heiß gehalten werden, um das Wachstum von Bakterien zu verhindern.
  2. Qualitätsverlust: Das ständige Erwärmen und Warmhalten von Lebensmitteln kann zu einem Qualitätsverlust führen, da Nährstoffe abgebaut werden und die Textur sowie der Geschmack der Speisen beeinträchtigt werden können. Einige Lebensmittel können durch längeres Warmhalten trocken und zäh werden.
  3. Veränderung des Geschmacks: Bestimmte Gerichte können durch langes Warmhalten ihren Geschmack verändern oder verlieren. Dies kann insbesondere bei empfindlichen Aromen und Gewürzen der Fall sein.

Tipp: Wenn du weißt, dass du die faschierten Laibchen mehr als eine Stunde warmhalten musst, dann würde ich diese lieber nach dem Kochen schnell abkühlen lassen und bis zum Essen im Kühlschrank aufbewahren. Dann erst kurz vor dem Essen aus dem Kühlschrank nehmen und und wie oben beschrieben erhitzen.

Kann man faschierte Laibchen einfrieren?

Ja, Frikadellen können eingefroren werden, um sie längerfristig aufzubewahren. Das Einfrieren von Buletten ist eine praktische Möglichkeit, überschüssige oder vorgekochte Frikadellen zu konservieren, damit sie später aufgetaut und erneut erhitzt werden können. Hier sind einige Schritte, um Frikadellen richtig einzufrieren:

  1. Abkühlen lassen: Lass die frisch zubereiteten Frikadellen zuerst auf Raumtemperatur abkühlen, bevor du sie einfrierst. Dies hilft, die Bildung von Kondensation und Eis auf den faschierten Laibchen zu minimieren.
  2. Verpacken: Wickle die Hackfleisch Bratlinge einzeln oder trenn sie mit Pergamentpapier, Aluminiumfolie oder Plastikfolie, um ein Ankleben zu verhindern. Leg sie dann in einen luftdichten Behälter oder einen Gefrierbeutel.
  3. Kennzeichnen: Unbedingt daran denken, den Behälter oder den Beutel mit dem Datum des Einfrierens zu kennzeichnen. So behältst du den Überblick über die Haltbarkeit zu behalten.
  4. Einfrieren: Leg die Frikadellen in den Gefrierschrank. Achte dabei auf die empfohlene Lagertemperatur von etwa -18°C .

Frikadellen können für mehrere Monate in Frischhaltedosen eingefroren werden. Wenn du sie später verwenden möchtest, nimm einfach die gewünschte Menge aus dem Gefrierschrank und lass sie im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur auftauen. Anschließend kannst du die Frikadellen erneut erhitzen, beispielsweise in der Pfanne oder im Ofen, bis sie durchgängig heiß sind.

Faschierte Laibchen ohne Semmel 

Während wir gerne die altbewährte Rezeptur bewahren, kannst du aber auch das Rezept abwandeln. Anstelle von Brötchen oder Semmelbröseln kannst du fein gemahlene Haferflocken verwenden. So bekommen die Buletten einen gesunden Touch. Experimentier doch auch mal mit Gewürzen, um neue Geschmackswelten zu erobern. Ist es vielleicht eine Prise Paprika für eine sanfte Würze oder Kreuzkümmel für eine exotische Nuance? Probier es aus und finde deine persönliche Lieblingsvariante.

Wenn du jetzt noch mehr Lust auf deftige Gerichte mit Hackfleisch bekommen hast, dann mach doch einen kulinarischen Ausflug nach Mexiko und versuch meine einfachen Burritos mit Rindfleisch-Bohnenfüllung. Oder probier doch mal gefüllte Pljeskavica mit hausgemachtem Ajvar. Ich bin sicher, du wirst auch die würzigen Kartoffel-Fleischbällchen mit Käse lieben 🙂 Du magst nur Burger? Kein Problem, wir haben sogar einen Rindfleisch-Burger mit selbst gemachten Burger Buns auf Lager 😉

Gutes Gelingen!

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Faschierte Laibchen aus Omas Küche

Betty von Mundgefühl.com
Die Omas wissen halt wie es geht 😉 Daher haben wir ihr über die Schulter geschaut und uns die Geheimtipps für fluffige Laibchen gemerkt.
4.75 Sterne aus 12 Bewertungen
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 50 Minuten
Gericht Fleisch, Hauptgericht
Küche Österreichisch
Portionen 4 Personen

Zutaten
  

Faschierte Laibchen

  • 600 g gemischtes Faschiertes
  • 2 altbackene Semmeln (helle Brötchen) oder 120 g Semmelwürfel
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 150 ml Milch
  • 4 Knoblauchzehen
  • 3 Eier
  • ½ Bund frische Petersilie oder ca. 4 EL gehackte TK-Petersilie
  • eventuell Semmelbrösel zum Binden
  • 1 EL Estragon Senf
  • 1 EL Ketchup
  • Salz
  • bunter Pfeffer
  • 1 EL Majoran
  • Butterschmalz zum Braten

Petersilkartoffeln

  • 700 g Kartoffeln
  • 4 EL gehackte Petersilie
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 EL Butter
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung
 

  • Die Semmeln in grobe Würfel schneiden, die Milch darüber gießen und ca. 30 min gut durchziehen lassen.
  • Kartoffeln mit der Schale weich kochen. Abkühlen lassen und schälen. Butterschmalz erhitzen, geviertelte Kartoffeln im heißen Fett anbraten bis sie leicht angebräunt sind. Dann die Hitze reduzieren, die gehackte Petersilie und die Butter zugeben und langsam fertig braten. Salzen, pfeffern und warmstellen.
  • Zwiebeln und Knoblauch in kleine Würfel schneiden. Ca. 2 EL Butterschmalz auf mittlerer Stufe erhitzen und die Zwiebel unter mehrmaligem Rühren goldgelb rösten. Den Knoblauch und die Petersilie zugeben und ca. 1 min mitrösten. Die Mischung vom Herd ziehen und kurz überkühlen lassen (bis es lauwarm ist).
  • Das Faschierte in eine Schüssel geben, die ausgedrückten Semmeln sowie die Eier zugeben und mit der ausgekühlten Zwiebelmasse vermischen (am besten mit den Händen). Mit Senf, Ketchup, Salz, Pfeffer und Majoran würzen und kräftig abschmecken.
  • Die Masse sollte gerade so fest sein, dass sie gut formbar ist. Ist sie zu wenig fest, einfach mit Semmelbröseln so lange binden bis sie gut formbar wird. Aus dieser Masse mit nassen Händen 12 gleich große Laibchen formen.
  • Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Die Laibchen zuerst scharf anbraten und nach 1 – 2 Minuten die Hitze etwas reduzieren. Nach ca. 5 min Minuten wenden und auf der zweiten Seite ebenfalls ca. 5 min braten, bis sie schön braun sind. Die Laibchen kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit den Petersilkartoffeln servieren.
Keyword Omas Küche, Traditionell
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